Freitag, 14. Oktober 2016

Cabo, Adrenaline, Codenames Pictures, Mythe, und so ...

Essen ist fertig!❝


Bilder sind da!


Mannmannmann, viel zu viele Neuheiten: 

Parkkartenautomaten an den Messeparkplätzen? Das kann nur zwei Dinge bedeuten: Auch am Mittwoch darf man, anders als früher, schon löhnen (Check!).
Es werden sich morgens lange Schlangen vor den Parkplätzen bilden (checke ich dann am Samstag oder am Sonntag).

Mehr Spiele bedeutet auch mehr Verlagsgespräche mit Autoren und Vertriebspartnern. Bereits Mittwoch ist das in vollem Gange. Was letztes Jahr noch ganz gut ging, nämlich ein kurzes Pläuschchen mit Leuten zu halten, die ich in meiner Tätigkeit als Übersetzer sonst nur von E-Mails kenne, hat dieses Mal also nur selten geklappt. Daher war die Belegexemplar-Ausbeute auch gering (mit dem Zuschicken per Post haben es manche Verlage nämlich nicht so). Mist.

Die Presseschau in einer durch Stellwände halbierten Halle mit dem Charme einer Tiefgarage fand ich durchwachsen. Mir waren die Konferenzräume lieber. Aber bei diesen Massen reichen die halt nicht mehr.
Saudoof: ein riesiger Wegweiser zu Toiletten stand dort. Bloß Toiletten waren nicht zu finden.

Supertoll: Das „echte“ Fliewatüüt (das aus der ollen WDR-Produktion von Anno Schlagmichtot) stand leibhaftig, ein bisschen ramponiert (wie eigentlich alles in dieser Altersklasse), aber quasi zum Anfassen (wehe!) als Deko bei einem Brettspiel.
Das Brettspiel basiert jedoch auf dem Buch, das zwar die Grundlage des TV-Mehrteilers war, aber von diesem optisch und inhaltlich massiv abweicht - das Buch ist nett, der Mehrteiler schon fast genial – weil geile Musik, geile Technik (soweit das eine MAZ damals hergab) und weil schlauer Verzicht auf die Märchen-Elemente des Buchs.
Feuchte Augen. Noch heute hoffe ich darauf, dass Tobias Findeisen und Robbi ein weiteres Abenteuer erleben. Aber bei Coming-of-Age-Geschichten passiert das halt nie. Die enden genau genommen immer tieftraurig. Erwachsen werden ist scheiße, soll das uns wohl lehren. Egal, ich habe das Fliewatüüt zum Greifen nah in Echt gesehen. Es existiert noch. Klick.

Cabo (Smiling Monster Games in Halle 1) Die Kartenillustrationen sehen auf den Fotos bei Boardgamegeek ziemlich mau aus - in der Realität sind sie jedoch echt schön.
Die Karten glänzen und sind schwierig zu fotografieren
– live sehen sie wirklich hübsch aus!

Jeder hat eine verdeckte Kartenauslage vor sich, die er nur zum Teil kennt. Man zieht Karten nach, tauscht (teilweise blind) aus, spioniert bei den Gegnern und versucht währenddessen, möglichst niedrige Kartenwerte bei sich zu bunkern. Wer meint, dass seine Kartenauslage den niedrigsten Wert hat, sagt „CABO“ an. Die übrigen Spieler haben dann noch jeder einen Zug, dann wird aufgedeckt und ausgewertet.

Eigentlich simple Regeln mit ein paar Kniffen, aber: Das Spiel ist arg knapp erklärt auf drei Spielkarten in drei Sprachen. Bei Deutsch habe ich beim Begriff „Ablage“ zunächst nicht realisiert, dass damit der Ablagestapel gemeint ist und nicht kapiert, wann Karten offen oder verdeckt abgelegt werden. Englisch und Französisch sind ein wenig präziser und nach anfänglicher Irritation spielt sich das ganz flott, aber zu zweit auch zu glücksabhängig runter. Ich denke, bei mehreren Spielern kommt auch mehr Spannung auf.

Adrenaline (CGE, Heidelberger) Tolle Ausstattung (Plastikblutstropfen und SciFi-Miniaturfiguren), interessante Herangehensweise an das Thema First-Person-Shooter (eigentlich ja eher Third-Person-Shooter, denn ich kann meine Spielfigur sehen), mit den Mitteln eines Ressourcen-Management- und Eurogames.


Kein Fehldruck.
Jedoch ist das Spiel derzeit wohl nur in englischer Version erhältlich.
Verblüffend großzügig gestaltete Anleitung (ein Brite hat sie konzipiert; hätten die Tschechen sie gemacht, wäre sie in halb so großer Schrift auf halb so vielen Seiten gelandet), die an ein paar Stellen nach Fehldruck aussieht. Ist aber Absicht und sehr, sehr spaßig. Also, die Anleitung – das Spiel habe ich noch nicht ausprobiert.
Detaillierte Minis, farblich zu allen passende Schadensmarker und rote Totenschädel!

Codenames Pictures (CGE, Heidelberger) muss man mitnehmen! Alleine schon, weil man dann Codenames mit einem 4-mal-5-Raster spielen kann. Allerdings sind auch die Illustrationen, statt Wörter, extrem gut durchdacht. Spielt sich garantiert einen Ticken einfacher als mit Dixit-Karten.
Man braucht, wenn man bekloppt ist, zwei Ausgaben
(damit Vorder- und Rückseiten der Bildkarten potenziell gleichzeitig ausliegen können)

Mythe (Ludicreations) Wie spricht man das aus? „Müte“? Wie Mythos? Die kleinen Holznonnen, die auf dem Gang zur Hölle einen Vulkan umrunden müssen, deuten das ja an.


Betende Nonnen? Oder Engel?
Holznonnen auf dem Gang zur Hölle. Klingt wie ein italienischer Giallo-Film aus den 70ern.

Ach so, das sollen Mäuse sein. Und es heißt „Meiß“, natürlich mit englischem Tie-Äitsch. Superkleiner und supersüßer Pop-Up-Spielplan, riesige Spielkarten und ein metallenes Käsestückchen, das ebenso überflüssig ist wie die Dreidmensionalität des Spielplans. Aber niedlich sieht das alles schon aus. Das Spiel ist banal, wir ziehen Zahlenkarten aus den Händen unserer Mitpieler, bis wir entweder genug Punkte haben, um auf dem sehr kurzen Laufkurs mit unserer Maus voranzuschreiten oder bis wir ein Hindernis in Form einer Totenkopfkarte ziehen. Danach verteilen wir unsere Handkarten nach Gusto an die Mitspieler. Oder auch nicht (die Spielregel lässt da einen wichtigen Punkt offen).
Zu zweit, mit einem Dummy-Spieler, eher nervig, weil einfach zu viel Zufall und zu wenig „Gegner lesen“ vorkommt. Ich denke, bei mehreren Spielern kommt auch mehr Spannung auf. Huch, das klingt bekannt (siehe oben)!
Am Stand von Ludicreations wurde gemunkelt, dass es eine Spielregelvariante geben soll, die deutlich besser ist. Abwarten.


Es passen sogar in Schutzhüllen steckende Karten rein! Und alle Spielpläne!
Und der Deckel geht ganz normal zu!
Endlich habe ich den Broken-Token-Schachteleinsatz für Lords of Waterdeep und dessen Erweiterung! Kann nur bedeuten, dass das Spiel ab jetzt nie wieder auf den Tisch kommt.












Auch neu: die Presseschau wird angeblich schon Freitag wieder abgebaut - mal am Sonntag durch die nahezu leeren Räume schlendern und heimlich eine Runde mit dem Fliewatüüt drehen, ist also nicht. Seufz.

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