Montag, 30. März 2015

Deukalion

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt (oder im Ramschverkauf) gesehen:

❞Griechen-Bashing!❝


Tolle, neuartige Spielmechanismen zu einem sehr gut ausgestatteten Familienspiel verwoben. Im griechischen Meer zur Zeit der Göttersagen umhersegeln, Kämpfe mit Carcassonne-Männchen auswürfeln (die unterschiedlich Punkte bringen, wenn sie auf Bauch, Rücken oder Seite liegenbleiben), Aktionsmöglichkeiten mit einem Würfelbecher festlegen, dessen fünf Würfel in fünf Vertiefungen auf dem Becherboden liegen bleiben und vom Spieler durch Drehen des Bechers auf einem Aktionsraster zugeordnet werden?

Klingt toll und ist auch toll, jedenfalls zu Beginn.

Dann überwiegt beim anspruchsvolleren Vielspieler der Eindruck, dass Glück die Hauptrolle spielt, dass es zu zweit nicht wirklich funktioniert und dass die Würfelbecherzuordnung ziemlich egal ist und nicht die erwarteten reizvollen Zwänge bringt, weil die Würfel bloß Zahlen von 1 bis 3 zeigen … Daher lautet mein Urteil: LIEBER NICHT.

Familienspielern (zu dritt oder viert) gefällt das Spiel jedoch ziemlich GUT, wenn man ihnen die Regeln näher bringt. Auf dem Flohmarkt – dort unbedingt die Vollständigkeit prüfen! – oder im Ramschverkauf zum Beispiel in Essen auf der SPIEL darf man es sich daher gerne mitnehmen, auch dann, wenn man bloß viele kleine Männchen zum Aufmotzen von Spielen braucht (40 liegen bei). Die Zwerge bei meinem Dragonscroll sind gelbe Deukalion-Männchen.

Da Hasbro Unmengen des Spiels auf den Markt gebracht hat und es sich eher mäßig verkauft hat, haben die Großhändler offenbar noch viel davon auf Lager.

Schade eigentlich: die Würfelbecher-Idee der beiden Autoren hätte ich gerne noch woanders und besser umgesetzt gesehen.

Deukalion von Wilfried Lepuschitz und Arno Steinwender
für 2 bis 4 Spieler
Parker (Hasbro), 2008

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