Montag, 24. Februar 2014

Vampo


Die Zähne gewetzt und ihnen nach!❝

 Ja, schön wär’s, wenn Vampo an Polanskis „Tanz der Vampire“ erinnern würde. Für unbedarftere Naturen kommt vielleicht wirklich ein bisschen Spannung auf, wenn man mit zwei Würfeln würfelt, mit dem einem die Vampirfigur über die Felder mit Fledermaussymbol bewegt, mit dem anderen seine eigene Figur zieht, die vom Dorf aus ins Schloss marschieren und dort eine der dort in rauen Mengen festgehaltenen Prinzessinnen retten muss. Alle anderen sollten doch lieber die Finger davon lassen. 

Tatsächlich gibt es auf dem ganz nett illustrierten Spielpan ein paar Abzweigungen, sodass man immerhin noch ein paar Entscheidungen treffen darf. Erreicht man zum Beispiel ein Knoblauchfeld, nimmt man sich eine Knoblauchkarte. Erreicht man das Schloss, befreit man eine Prinzessin. Man muss sie allerdings noch ins Dorf schaffen.

Dem US-Vampo muss man den Hut abnehmen,
um zu stempeln, unserer erledigt das mit Fußtritten
Landet jedoch die Vampirfigur auf der eigenen Spielfigur, wird es dramatisch: Entweder man gibt eine Knoblauchkarte ab oder man wird gebissen und ins Dorf zurückgesetzt. Ein Vampirbiss wird mit einem Stempel (der unter der Vampirfigur angebracht ist und ein Fledermaussymbol hinterlässt) auf dem Handrücken oder Arm des Spielers hinterlassen. Das ist ganz witzig. Nicht mehr witzig ist es, wenn man drei Fledermäuse auf dem Unterarm hat. Dann scheidet man nämlich aus dem Spiel aus. Das Spiel beschäftigt einen dann aber trotzdem noch eine Weile, weil es ewig dauert, bis die Stempeltinte wieder abgewaschen ist.

Kann man mal spielen, um die Zeit zu vertreiben, aber ehrlich gesagt war das Spiel schon zu seiner Entstehungszeit nicht wirklich der Bringer. Interessant: die vier riesigen, ansonsten stinknormalen Plastikpöppel für die Spieler.

Das Spiel wird schon lange nicht mehr hergestellt, aber ich habe Vampo schon einige Male auf Flohmärkten gesehen. Der Stempel dürfte ausgetrocknet sein, aber wenn man feste drückt, bleibt das Fledermausabbild auch so noch eine Weile auf dem Arm sichtbar.


Einstieg eher locker Die Regeln sind überschaubar, das Spiel weitgehend glücksgesteuert und relativ kurz.

Spielreiz, nein, lieber nicht Der Stempel ist ganz witzig, aber das reicht nicht, ein simples Glücksspiel interessant zu machen.

Vampo von NN
2 bis 4 Spieler
Schmidt Spiele, 1986

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